Magenballon gegen Fettleibigkeit

Ein Magenballon aus Silikon soll verhindern, dass krankhaft Fettleibige zu viel essen.Adipositas-Patienten wird ein Magenballon eingesetzt, um die Essensaufnahme zu verringern. Einen passenden Bikini hat Conny seit Jahren nicht gefunden. Im Sommer leidet die 23-jährige besonders unter ihrem Übergewicht: 125 Kilo wiegt die Frankfurterin. Mediziner sprechen von Adipositas, krankhaftem Übergewicht. Zu fettes Essen zu den falschen Zeiten, zu wenig Sport, gescheiterte Diäten, der Jojo-Effekt. Ein Teufelskreis, der psychisch stark belastet. Doch Abnehmen ist schwer, besonders für adipöse Menschen. Kein Wunder, dass sich chirurgische Maßnahmen zur Bekämpfung des Übergewichts und besonders der Adipositas zunehmender Beliebtheit erfreuen. 

Im Magen mit Kochsalzlösung gefüllt

Wie bei einer Magenspiegelung wird der Ballon durch die Speiseröhre eingeführt und anschließend mit Kochsalzlösung gefüllt Zwei bekannte und praktizierte Methoden in der Magenchirurgie sind das Einsetzen eines Magenballons oder eines Magenbandes, auch als Gastric Banding bezeichnet. Ziel dieser beiden Methoden ist es, die Nahrungszufuhr der Betroffenen einzuschränken beziehungsweise deren Sättigungsgefühl zu erhöhen.
Conny will mit einem Magenballon aus Silikon abnehmen. Dazu wird der ungefüllte Ballon wie bei einer Magenspiegelung durch den Hals geschoben. Im Magen wird er mit 700 Millilitern Kochsalzlösung gefüllt. Sechs Monate bleibt er im Körper, bevor er per Sonde entfernt wird.

Ausdehnung signalisiert vollen Magen

Die 23-jährige Conny hofft, mit der Methode 30 Kilo abzunehmen.Der Ballon sorgt zwar für weniger Hunger und unterstützt so die Ernährungsumstellung, ist aber keine Wunderwaffe. Durch die Dehnung des Magens ruft er ein Sättigungsgefühl hervor. Die Dehnungsrezeptoren in der Magenwand leiten Impulse über den Füllungszustand des Magens an das Gehirn weiter – der Magenballon täuscht also einen deutlich volleren Magen vor und melden an das Gehirn: „Patient satt“.

Ohne Ernährungsumstellung geht nichts

Ein Allheilmittel sind Magenballon und Magenband nicht. Sie sind keinesfalls frei von Nebenwirkungen und Komplikationen und nur extrem übergewichtigen Menschen vorbehalten, bei denen die herkömmlichen Methoden zur Gewichtsreduktion nicht den gewünschten Erfolg gebracht haben. Wichtig für Adipositas-Patienten ist, dass sie auch mit anderen Mitteln ihr Gewicht reduzieren. Abnehmversuche mit ein Joggen und Walking sind allerdings für Adipöse langfristig meist erfolglos. Sie brauchen striktes körperliches Training und zusätzlich eine Verhaltens- und Ernährungstherapie.
 
 
Dem Jojo-Effekt vorbeugen
Reicht das nicht, müssen ergänzend Medikamente eingesetzt werden. Die Leitlinien der Deutschen Adipositas-Gesellschaft sehen für Adipöse ein Bewegungsprogramm vor: Zunächst werden pro Woche 1.000 Kilokalorien (kcal) mehr durch Freizeitaktivität verbraucht. Anschließend wird der Kalorienverbrauch auf 2.500 bis 3.500 in wöchentlich fünf bis sieben Trainingseinheiten à 500 Kalorien erhöht. Fünf Prozent Gewichtsabnahme im ersten Vierteljahr oder zehn Prozent im ersten halben Jahr ist das Ziel. Schaffen die Patienten dies nicht, kommt es zu einem Jojo-Effekt: der Patient nimmt wieder zu.
 
 
Fettleibigkeit nimmt dramatisch zu
 
Adipositas-Patientin Conny vor dem Eingriff
Die Ballons sind mehr als eine Modeerscheinung aus den USA. Die Medizin erhofft sich viel von ihnen. Fettleibigkeit ist nicht nur ein ästhetisches Problem, laut Weltgesundheitsorganisation hat sie sich zur Todesursache Nummer eins entwickelt. Kritik gibt übt die WHO nur an den Kosten: etwa 3.000 Euro, die jeder selbst zahlen muss. Auch Connys Ärzte warnen vor den Folgen von Übergewicht. Frankfurter Mediziner haben einen Verein gegründet: Bei „Obesity“ finden Menschen wie Conny Hilfe. Sie selbst hat alles gut überstanden, doch das Abnehmen fängt jetzt erst an.
 
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